Biskupitz / Biskupice

Borsigwerk

Borsigwerk

 Biskupitz (Biskupice) ist heute ein Stadtteil von Zabrze. Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde Herzog Mieszkos von Oppeln im Jahre 1243 erwähnt. Im "Liber Fundationis", einer Art Auswertung des Standes der Ostsiedlung aus dem Jahre 1305, ist für B. die relativ hohe Zahl von 66 Hufen Land genannt. Im 18. Jahrhundert verläuft die Entwicklung ähnlich wie in anderen Teilen Oberschlesiens: die Anzahl der Bauern und Gärtner geht allmählich zurück, die der Häusler nimmt zu.
Ende des 18. Jh. setzte hier die industrielle Entwicklung ein. 1791 entstand die "Königin-Luise-Grube", die hundert Jahre später die größte Grube auf dem europäischen Kontinent war. Weitere Gruben und industrielle Anlagen kamen hinzu, u.a. im Jahre 1856 das Borsig'sche Bergbauhüttenkombinat und ein Jahr vorher die Deichsel'sche Seilfabrik. Initiator des Aufstieges war die Familie der Grafen Ballestrem, die 1798 die Orte Plawniowitz, Biskupitz und Ruda erworben hatten. Borsig baute im Laufe der nächsten Jahre auf einer Fläche vom 19 ha insgesamt sechzig Mehrfamilienhäuser für insgesamt 2.800 Arbeiter und Angestellte des Werkes sowie ihre Familien.
Bei der Volksabstimmung 1921 stimmten von den 7676 Wahlberechtigten 3.222 (42,0%) für Polen und 4.275 (55,7%) für Deutschland.
Die Pfarrgemeinde Sankt Johannes des Täufers (św. Jana Chrzciciela) geht auf das 13. Jahrhundert zurück, die heutige Kirche wurde in den Jahren 1853-1858 erbaut. Taufbücher gibt es seit 1644, Traubücher seit 1654, Sterbebücher seit 1687.

In den Kirchenbüchern finden sich unter anderem vier Angehörige einer Familie MISIEK (Andreas, *3.2.1834; Hedwig, *11.10.1836; Karl, *18.11.1838; Maria, *25.1.1831). Ein Thomas MISEK heiratete am 13.9.1769 eine Pauline CZAJA.
In neueren Kirchenbüchern finden sich auch in den Jahren 1900-1909 die Namen SLAWIK(Alfons, Elisabeth, Margarethe, Maximilian, geb. zwischen 1900 und 1908), ZAJA (Viktor), ZIAJA (Agnes, Josef, Paul, Michael, Stephan, Theodor, alle geb. zwischen 1902 und 1907) und KRZOSKA (Carl, Georg, Georg, Hedwig, Johann, Josef, Margaretha, Marie, alle geb. zwischen 1901 und 1904) mit Personen, die sich teilweise auch im Hindenburger Adressbuch nachweisen lassen.
Im 19. Jahrhundert gab es u.a. folgende Eheschließungen, an denen Krzoskas beteiligt waren:

KRZOSKA Anton & Chwalek Marianna 18.6.1871
KRZOSKA Ferdinand & Mrozek Bronislawa 7.10.1872
KRZOSKA Josefa & Schich Johann 11.6.1871
(Ich danke Ingolf Vogel für diese Hinweise).


Internet:

http://www.zabrze.aplus.pl/zabrze biskupice1n.html

Literatur:

- Blasczyk, Günter, Ortschronik von Biskupitz OS, (Stadt Hindenburg), Obernzell 1994. 214 S.
- 75 Jahre Borsigwerk. Glogau 1930. 109 S.
- Mrass, Peter: Das oberschlesische "Borsigwerk". Ratingen (Ausstellungskatalog) 1995. 49 S., zahlr. Abb.
- Szczech, Bernard, Biskupice: zarys dziejów. Zabrze 1997. 15 S.


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