Miniatur aus dem "Schlackenwerther Codex" von 1353
Hedwig (polnisch: Jadwiga), die Tochter Herzog Bertholds IV. von Andechs-Meranien und somit aus einem angesehenen und wohlhabenden bayerischen Adelsgeschlecht stammend, wuchs wohl in Kitzingen auf und wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts mit dem jungen schlesischen Herzogssohn Heinrich, dem späteren Herzog Heinrich I., dem Bärtigen, verheiratet. Diesem gelang es, nachdem er an die Macht gekommen war, seine Herrschaft auszubauen, u.a. durch Kolonisierung des Landes und Berufung von Siedlern aus dem Westen. Vom konkreten Leben seiner Frau wissen wir wenig. Klar ist nur, dass sie die Ordenskongregationen unterstützte, insbesondere das Anfang des 13. Jahrhunderts von ihr mitbegründete Zisterzienserinnenkloster in Trebnitz, wo sie sich seit etwa 1220 ständig aufhielt und wo sie begraben wurde. Kurz vor ihrem Tod erlebte sie noch den Einfall der Mongolen und die blutige Schlacht auf der Wahlstatt bei Liegnitz, in der auch ihr Sohn, Herzog Heinrich der Fromme sein Leben lassen musste.
Schon kurz darauf muss die Verehrung Hedwigs eingesetzt haben. Bereits 1267 wurde sie von Papst Klemens IV. heiliggesprochen. Um 1300 entstand eine ausführliche Vita; nicht nur die späteren schlesischen Herzöge, sondern auch Kaiser Karl IV. wirkten an der Verbreitung des Kultes mit, der bis nach Italien und Süddeutschland drang. Nach einer Phase der Vergessenheit wurde der Hedwigskult in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts vom Breslauer Kardinal Bertram wiederbelebt. Nach 1945 wurde Hedwig zur wichtigsten Patronin der vertriebenen deutschen katholischen Schlesier, aber auch der polnischen Bevölkerung Niederschlesiens.
Weiterführende Literatur:
- Joseph Gottschalk, St. Hedwig, Herzogin von Schlesien, Köln; Graz 1964.
- Ksiêga Jadwi¿añska. Red.: Micha³ Kaczmarek, Marek Wójcik, Wroc³aw 1995.
- Das Bild der heiligen Hedwig in Mittelalter und Neuzeit. Hrsg. von Eckhard Grunewald und Nikolaus Gussone, München 1996.