
Knurow (Knurów) war wie das bekanntere Schönwald ein deutschrechtliches Waldhufendorf mit Gleiwitz als nahe gelegenem städtischen Zentrum. Erstmals erwähnt wurde es 1305 als "Cnurowicz", 1447 taucht es als "Knauersdorf" auf. Seit dem letzten Viertel des 19. Jh. wurde es zusammen mit dem benachbarten Kriewald (Krywałd) zu Industriesiedlungen (Steinkohleabbau, Kokerei, Ammoniakfabrik). 1922 fiel der Ort an Polen, nachdem 914 Bewohner (= 63%) dafür gestimmt hatten. 1951 wurden Knurów die Stadtrechte verliehen. Heute leben dort über 40.000 Menschen.
1864 schrieb Felix Triest über den Ort:
"Das Dorf und Rittergut KNURROW liegt im
nordöstlichen Winkel des Kreises [Rybnik] an einem der Birawka von Osten nach
Westen zufließenden Mühlbache, 2 1/2 Meilen nordöstlich von Rybnik, in einem
mäßig wellenförmigen Terrain, mit lehmigem, größtentheils in der Ackerkrume sehr
tragbarem Boden, aber undurchlassendem Untergrunde. Das Rittergut, dem
Lieutenant von Paczynski gehörig, umfaßt 1382 Morgen Acker, 67 Morgen Wiese, 14
Morgen Teiche und 28 Morgen Garten; zur Dorffeldmark gehören 924 Morgen Acker.
Knurrow enthält eine Filialkirche. Zu der Schule ist Kriewald mit eingeschult;
207 Kinder.
Es befinden sich im Dorfe 3 Mühlen, welche durch den Mühlbach getrieben
werden. Das Dominialgehöfte schließt sich dicht an das Dorf an. Es leben hier in
143 Haushaltungen 776 polnisch Sprechende mit einem Viehstande von 77 Pferden,
305 Stück Rindvieh und 38 Schweinen. Die Gemeinde zahlt 189 Thaler Grund-, 5
Thaler Haus, 265 Thaler Klassen und 11 Thaler Gewerbesteuer jährlich. Der
Ackerbau wird seitens des Dominiums rationell in 5 Schlägen betrieben und zu dem
Ende und zur Sicherung der durch den undurchlassenden Untergrund gefährdeten
Erträge die Drainirung consequent durchgeführt, wodurch bereits sehr günstige
Resultate erzielt worden sind. Der nächste und vorzugsweise besuchte Marktort
ist Gleiwitz, nach welchem eine, in der nassen Jahreszeit sehr schwer zu
passirende Straße führt. Die Entfernung beträgt nur eine Meile."
In den Kirchenbüchern des Ortes, der damals nach Groß Gieraltowitz eingepfarrt war, finden sich u.a. folgende genealogische Hinweise (ich danke Klaus Liwowsky für diese Auskunft): Weitere Daten stehen auf Anfrage zur Verfügung.
- 4.6.1806 + die alte Magd Marianna KRZOSKA, 50
Jahre alt
- 26.3.1810 + Rosalia, Tochter des verstorbenen Bernard KRZOSKA, 14 Jahre alt
- 31.1.1814 + Hedwig KRZOSKA, 34 Jahre alt
Im Internet:
Literatur:
Alojzy Koziełek: Knurów i Krywałd:
kronika na tle historii ziemi Gliwickiej. Katowice 1937.
Alfons Mrowiec (Hrsg.): Z dziejów ziemi Rybnicko-Wodzisławskiej w latach
1918-1939. Stosunki społecznopolityczne, Katowice 1966.
Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Bd. 2 (1864),
S. 804.
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