Gottfried Lengnich (1689-1774)

Gottfried Lengnich
Johann Jakob Fabritius: Gottfried Lengnich (um 1750)



Gottfried Lengnich wurde am 4. Dezember 1689 in Danzig als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er besuchte unter anderem das berühmte "Gymnasium Academicum" der Hafenstadt, die seit 1466 unter Beibehaltung kommunalpolitischer und wirtschaftlicher Autonomie als Teil des sogenannten "Königlichen Preußens" zum polnischen Staat gehörte. Anschließend studierte er an der aufstrebenden Universität in Halle Jura, Geschichte und Rhetorik. Später war er Stadtsyndikus und Professor der Poesie und Rhetorik, Lehrer für Geschichte und Recht am Danziger Gymnasium sowie zeitweise auch Erzieher des späteren polnischen Königs Stanis³aw August Poniatowski.. Zeit seines Lebens war er ein treuer Bürger seiner Heimatstadt und Untertan der polnischen Könige, für die er eine Reihe wichtiger staatstheoretischer und historischer Schriften verfasste, z.B. eine neunbändige Geschichte des Königlichen Preußens (1722-1755). Lengnich war - wie Stanis³aw Salmonowicz schrieb - "eine typische Figur des Grenzgebietes zweier Kulturen: der polnischen und der deutschen". Er verband deutschen Protestantismus mit entschlossenem Engagement für die polnische Staatlichkeit und schuf als Historiker und Staatswissenschaftler die eigentlichen Grundlagen für eine den Kriterien der Aufklärung folgende Beschäftigung mit der Vergangenheit.

Weiterführende Literatur:

- W³odzimierz Zientara: Gottfried Lengnich - ein Danziger Historiker in der Zeit der Aufklärung. 2 Bde. Toruñ 1995-1996.



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