Loslau / Wodzisław Śląski

Loslau, Kirche
Loslau, Mariä Himmelfahrt-Kirche


Loslau um 1930

 Loslau (heute: Wodzisław Śląski) war wohl schon vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Die Stadtgründung erfolgte wohl in der Regierungszeit des Oppelner Herzog Władysław zwischen 1246 und 1281, der der neuen Stadt wohl auch seinen Namen gab. Im Jahre 1300 ist L. im Liber fundationis des Bistums Breslau eindeutig als civitas und Mittelpunkt eines Weichbildes zu identifizieren. Eine herzogliche Burg ist schon für die frühe Zeit belegt, die Bevölkerung lebte vom Handel, der Land- und der Teichwirtschaft. Eine gewisse Bedeutung hatte der Loslauer Franziskanerjahrmarkt, einer von vier Messen pro Jahr.
Seit dem Spätmittelalter war die Bevölkerung weitgehend slavischsprachig. Im Jahre 1787 betrug die Einwohnerzahl etwa 1000. Erst im 19. Jahrhundert setzte auch hier die Germanisierung ein, die dazu führte, dass sich 1910 78% der Einwohner als Deutsche bezeichneten. Loslau besaß eine für die Größe der Stadt bedeutende jüdische Gemeinde, aus der eine Reihe bekannter Persönlichkeiten hervorgingen.
Über die Jahrhunderte hatte L. viele Besitzer. In preußischer Zeit wurde die Stadt zunächst dem Kreis Pless, später (nach 1816) dem neuen Kreis Rybnik zugeteilt.  1822 versank die gesamte Stadt infolge eines Großbrandes in Schutt und Asche. Als Folge der Aufteilung Oberschlesiens fiel L. 1922 an Polen, obwohl die Bevölkerung etwa mit zwei Drittel zu ein Drittel für Deutschland optiert hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde L. zu etwa 80% zerstört. Ein großer Teil der Bevölkerung ist heute im Kohlebergbau der Umgebung beschäftigt.
Aus Loslau stammte der bedeutende Mediziner Emanuel Aufrecht (1844-1933), der Theologe Martin Hennig (1864-1920) sowie die Vorfahren des Sozialistenführers Ferdinand Lassalle.
Partnerstadt von Loslau ist heute Gladbeck in Nordrhein-Westfalen.

Der Name KRZOSKA ist in Loslau äußerst häufig, wie eine flüchtige Recherche in der Mormonendatenbank "Familysearch" zeigt. V.a. stammt von dort die älteste mir bekannte Nennung des Namens überhaupt, nämlich aus dem Jahre 1679. Im Visitationsbericht der Diözese Breslau, Archidiakonat Oppeln, wird ein Bartholomäus KRZOSKA erwähnt, dem dort ein Garten gehört:

Visitationsberichte der Diözese Breslau, Archidiakonat Oppeln, 1. Teil, hrsg. v. Josef Jungnitz, Breslau 1904, Visitatio 1679, S. 239:

„Civitas et sedes Wladislaviensis aliter Loslensis. Ecclesie parochialis Wladislaviensis lapidea sub titulo beatae Mariae virginis in coelos assumptae. Dedicatio eiusdem post nativitatem beatae Virginis Mariae dominica proxima. Collator illius est celsissimus et reverendissimus dominus archiepiscopus Strigoniensis [Gran]. [...] Fundationes ac proventus habet sequentes: in civitate libera Sora [Sohrau] summae capitalis a Simone Canabio quondam archipresbytero Wladislaviensi fundatae 700 tal. Silesiticos, ex qua percipit censum reemptionalem annuum pro servis suis simul cum hospitali 49 Silesiticos, qui census iam annis aliquot pendente lite haeret suspensus in resto. Eiusdem fundatoris habet Wladislaviae 300 Silesit., a quibus organarius annuatim percipit censum 18 Silesit. Freystadii penes tribum sutorum habet recenter fundatos 100 imperiales, a quibus 6 percipit census anui pro suis necessitatibus, unus ex his cedit parocho loci pro missae sacrificiis. Habet tres domunculas sub muro coemeterii, ex quibus conductis pro posse participat de censu. Posssidet quoque hortum in 60 Silesiticis haereditario iure ab haeredibus Marekwiczkianis sibi traditum et adiudicatum inter viam, qua itur Radlinium versus vallum et hortum Bartholomaei Krzoska, a quo conducto annuatim percepit ecclesia duos imperiales. Minores census et proventus currentes spectant ad rationem aedituorum ecclesiae.“

Im 19. Jahrhundert werden Ignatz und Anton KRZOSKA als Hausbesitzer erwähnt. 1702 stiftete eine Anna KRZOSKA, geb. Ranocha, Bürgersfrau aus Loslau, Geld für das Stiftungskapital einer Kirche.
 


Internet:
 
http://umwodz.rubikon.pl

Loslau im Genwiki

http://www.wnmp.wodzislaw.katowice.opoka.org.pl/
 

Literatur:

Bogdan Cimała: Wypisy do dziejów Rybnika i Wodzisławia Śląskiego. Opole: Inst. Śląski 1985. 287 S.:

Franz Henke: Chronik, oder: topographisch-geschichtlich-statistische Beschreibung der Stadt und freien Minderstandesherrschaft Loslau in Oberschlesien. 2 Bde. Loslau 1860-1864 [Ndr. 1981].

Rudolf Hirsch: Das Minoriten-Kloster zu Loslau, in: Zeitschrift des Vereins für die Geschichte Schlesiens 17 (1883), S. 303-316.

Ludwik Musioł: Wodzisław. Parafia, miasto i ziemia w historycznym rozwoju. Katowice 1966.

Ulrich Zigan: Familie Krzoska in Loslau, Kreis Rybnik, Oberschlesien, in: Archiv ostdeutscher Familienforscher 16 (2006), S. 370-375


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