Marek Weber (1888–1964)

 

 

Marek Weber wurde in Lemberg in Galizien als Sohn einer aus Rumänien stammenden jüdischen Familie geboren. Er kam als 17-Jähriger nach Berlin, wo er das Stern-Konservatorium besuchte. Schon mit 20 Jahren gründete er sein eigenes Orchester, das im Cafe Schön, im Eden Cafe und im Esplanade Hotel zu hören war. 1914 übernahm er das Orchester des renommierten Hotel Adlon und trat zunehmend auch in größeren Lokalitäten auf. In den zwanziger und frühen dreißiger Jahren war er einer der erfolgreichsten Unterhaltungsmusiker und Geiger in Deutschland, der Elemente des Tangos und des Jazz miteinander kombinierte. 1933 emigrierte er nach England, wo er in einigen Filmen auftrat, und tourte in den folgenden Jahren durch ganz Europa, bis er 1937 endgültig in die USA ging, wo er seine erfolgreiche Karriere als „Radio-Walzerkönig“ zum Teil fortsetzen konnte und später als Farmbesitzer lebte.

Weber war ein typischer Vertreter sogenannter „Salonmusik“ und „gepflegter Unterhaltungs- und Tanzmusik“. Die Schallplattenaufnahmen der frühen 1920er Jahre zeigen kaum Jazz-Einflüsse. Erst ab 1927 wurden stärker amerikanische Vorbilder, wie z. B. Paul Whiteman, nachgeahmt (Gisela Probst-Effah). Der russische Jazzhistoriker Alexej Bata¹ev bezeichnete Weber als die zentrale Figur des frühen europäischen Jazz.



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