Szymon Bogumi³ Zug (1733-1807)
 
 


J.H. Holzhauser: Medaille mit dem Porträt Sz.B. Zugs (1781)

Ein besonders gutes Beispiel für Akkulturation im deutsch-polnischen Kontext ist die Biographie des Architekten und Landschaftsgärtners Simon Gottlieb Zug. Der aus Merseburg im damaligen Sachsen stammende Protestant kam früh an den Hof Augusts III. und arbeitete zunächst im Königlichen Bauamt von Dresden. Zusammen mit dem Umfeld des Herrschers kam er bei dessen Ausweichen vor dem Siebenjährigen Krieg im Jahre 1756 nach Warschau. Bald fand er Zugang zu Warschauer Freimaurerkreisen. 1768 wurde er in den Adelsstand erhoben. Nach dem Tode des Königs und seines Ersten Ministers Brühl blieb er in der polnischen Hauptstadt und arbeitete weiter, u.a. beteiligte er sich am Wettbewerb zum Umbau des Königsschlosses. Auch nach den Teilungen Polens blieb er trotz einiger Reisen in Warschau und diente sich dem preußischen König Friedrich Wilhelm I. an.
Neben Ephraim Szreger. Dominico Merlini und Jakub Kubicki gehörte Zug zu den bedeutendsten polnischen Architekten des 18. Jahrhunderts.
Stilistisch beginnend im Spätbarock entwickelte er sich allmählich weiter in Richtung Klassizismus. Seine Arbeiten waren gekennzeichnet durch eine Wende hin zur Vergangenheit, zur klassischen Antike, aber auch zum Mittelalter
Er trat in den Dienst verschiedener Magnatenfamilien und entwickelte Gesamtkunstwerke wie den Garten des Radziwi³³'schen Schlosses in Arkadia bei Nieborów (das einzige bis heute erhaltene seiner Gartenprojekte), Kazimierz Poniatowskis in Solec oder Izabela Lubomirskas in Mokotów, wobei er erstmals in Polen den englischen Stil bevorzugte. In Warschau erbaute Zug auch - kostenlos - die evangelisch-augsburgische Kirche (1777-1780), eine streng klassizistische Nachahmung des römischen Pantheons, wohl die erste dieser Zeit in Europa, und zwei Paläste in Natolin (1780-1782).


Ko¶ció³ ¶w. Trójcy, Warschau

 

Weiterführende Literatur:

- Marek Kwiatkowski: Szymon Bogumi³ Zug. Architekt polskiego o¶wiecenia. Warszawa 1971. 451 S.; 293 Abb.



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